Friedhofsordnung

Friedhofsordnung für den Friedhof der Pfarre Nussdorf
Charakter des Friedhofs
§ 1.
(1) Der Friedhof Nussdorf in Wien 19) Nussberggasse 48, ist seit 1870 ein
durch Gebete und Segnungen geweihter katholischer Friedhof und demnach zur
Beerdigung der Leichen von Personen bestimmt, welche in kirchlicher
Gemeinschaft verstorben sind. Die Beerdigung von Personen anderer
christlicher Kirchen ist zulässig.
Darüber hinaus sind dieser Friedhof aber auch eine Stätte des persönlichen und
religiösen Gedenkens, ein Ort der Ruhe und Besinnung.
(2) Der Friedhof ist während der im Schaukasten am Friedhof bekannt
gegebener Zeit für jedermann frei zugänglich.
Friedhofsverwaltung
§ 2.
(1) Dieser Friedhof steht im Eigentum der römisch katholischen Pfarre Nussdorf
(in der Folge „die Pfarre“). Die Eigentümervertretung dafür liegt beim
Pfarrgemeinderat, der einen Ansprechpartner für alle Belange des Friedhofes
bestimmt.
(2) Auskünfte in allen den Friedhof betreffenden Angelegenheiten werden in der
Pfarrkanzlei, Greinergasse 25, 1190 Wien erteilt.
Grabgattungen
§ 3.
Es sind folgende Grabgattungen vorhanden:
a) einfache Erdgräber: sind für die Beerdigung von bis zu vier Leichen
erwachsener Personen bestimmt.
Werden mehrere Leichen in einem Sarg zusammengelegt, so können weitere
Leichen im Ausmaß der Höchstzahl je nach Grabstellenart beigesetzt werden.
b) Doppelgräber: siehe ad a), jedoch für die Beerdigung der doppelten Anzahl
von Leichen geeignet.
c) Doppel – Wandgräber: siehe ad a), jedoch für die Beerdigung der doppelten
Anzahl von Leichen geeignet.
d) einfache Grüfte: für die Beerdigung von bis zu sechs Leichen erwachsener
Personen.
e) Doppelgrüfte: für die Beerdigung von bis zu neun Leichen Erwachsener
Personen.
f) Urnengräber: zur Aufnahme von bis zu vier Aschenkapseln.
Benützungsrecht
§ 4.
(1) Für das Benützungsrecht an Grabstellen ist eine Gebühr nach Tarif zu
entrichten. Dieses Recht wird erst dann erworben, wenn die Gebühr zur Gänze
entrichtet ist.
(2) Das Benützungsrecht erlischt nach dem im Tarif vorgesehenen Zeitraum,
kann aber verlängert werden.
(3) Voraussetzung für die Verlängerung ist ein baulich und gärtnerisch
ordnungsgemäßer Zustand der betreffenden Grabstelle, bzw. dass die
Grabstellenausgestaltung den bestehenden Bestimmungen entsprechen.
(4) Die Pfarre ist nicht verpflichtet, den Benützungsberechtigten einer Grabstelle
vom bevorstehenden Ablauf in Kenntnis zu setzen.
Übergang des Benützungsrechtes
§ 5.
(1) Das Benützungsrecht an einer Grabstelle steht zunächst dem Erleger der
ersten Grabstellengebühr zu. Es geht nach seinem Tode auf den Erben über.
Eine andere Übertragung des Benützungsrechtes ist nur dann wirksam, wenn die
Pfarre zustimmt.
(2) Sind mehrere Erben vorhanden, so sind sie verpflichtet, einen gemeinsamen
Bevollmächtigten zur Ausübung des Benützungsrechtes zu bestellen und der
Pfarre namhaft zu machen. Auf einen Erben allein geht das Benützungsrecht nur
dann über, wenn die schriftlichen Zustimmungserklärungen aller übrigen
Miterben der Pfarre vorgelegt werden.
(3) Der Erwerber oder sein Rechtsnachfolger kann auf die Grabstelle jederzeit
verzichten. Dieser Verzicht ist schriftlich dem Friedhofsverwalter bekannt zu
geben. Eine Rückvergütung erlegter Grabstellengebühren findet nicht statt.
Rechte des Benützungsberechtigten
§ 6.
(1) Der Benützungsberechtigte kann in einer Grabstelle die zulässige Anzahl
von Leichen und Urnen beisetzen lassen.
(2) Die Anbringung von Steineinfassungen und Gedenkzeichen (Kreuzen,
Grabsteinen, Denkmälern) bedürfen einer schriftlichen Zustimmung der Pfarre.
Eine solche Zustimmung Friedhofsordnung der Pfarre Nussdorf ist
ausgeschlossen, wenn die Gedenkzeichen dem Charakter als Pfarrfriedhof nicht
entsprechen. Unbefugt Angebrachtes hat der Benützungsberechtigte auf seine
Kosten zu entfernen.
(3) Neue Einfassungen dürfen die zuvor bestandenen Außenmaße nicht
überschreiten.
(4) Die Anbringung von Grabdeckeln ist unzulässig und verlangt eine
Sondergenehmigung der Friedhofverwaltung.
Pflichten des Benützungsberechtigten und Folgen der
Nichtbeachtung
§ 7.
(1) Der Benützungsberechtigte ist verpflichtet, das Erdgrab innerhalb eines
Jahres nach der Bestattung in ortsüblicher Weise gärtnerisch zu gestalten.
(2) Der Benützungsberechtigte ist verpflichtet, das Erdgrab dauernd zu pflegen.
Auf die Grabstellen dürfen außer Rasen, Rasenersatzpflanzungen und
jahreszeitlichen Wechselbepflanzungen nur kleinwüchsige, bis 0,70 m hoch
wachsende Laub- und Nadelgehölze, gepflanzt werden. Das Pflanzen von
Bäumen ist verboten.
(3) Eine Bedeckung der Gräber mit Rindenmulch, Kies und sonstigen nicht
verrottbaren Materialien ist nicht gestattet.
(4) Kommt der Benützungsberechtigte dieser Verpflichtung trotz Aufforderung
innerhalb dreier Monate nicht nach, so erlischt das Benützungsrecht ohne
Ersatzanspruch.
(5) Ist der Pfarre der Aufenthaltsort des Benützungsberechtigten unbekannt oder
ist im Falle des Todes des Benützungsberechtigten der Pfarre kein
Rechtsnachfolger namhaft gemacht worden, so genügt eine einmalige
Aufforderung im Amtsblatt zur „Wiener Zeitung“.
§ 8.
(1) Wird bei einem Erdgrab oder einer Gruft das Gedenkzeichen baufällig oder
hat sich der Bauzustand einer Gruft derart verschlechtert, dass sie einzustürzen
droht, so ist der Benützungsberechtigte verpflichtet, binnen dreier Monaten nach
Aufforderung durch die Pfarre für die Instandsetzung zu sorgen.
(2) Kommt der Benützungsberechtigte dieser Verpflichtung nicht nach, so
erlischt sein Benützungsrecht mit dem Ablauf der in Absatz 1 genannten Frist
ohne Ersatzanspruch.
(3) Ist der Pfarre der Aufenthaltsort das Benützungsberechtigten unbekannt, so
ist die Aufforderung nach Absatz 1 im Amtsblatt zur „Wiener Zeitung“ zu
verlautbaren.
(4) Die Pfarre ist berechtigt, bei Gefahr im Verzug geeignete Maßnahmen (z.B.
Abtragung des Grabstelleninventars etc.) zur Beseitigung dieser Gefährdung,
auch ohne vorherige Verständigung des Benützungsberechtigten, auf dessen
Kosten zu veranlassen. Die Pfarre ist bei Beeinträchtigung der Rechte Dritter
oder bei Gefährdung der Standsicherheit von Grabausstattungen berechtigt,
Bäume oder Sträucher auch ohne vorherige Verständigung des
Benützungsberechtigten auf dessen Kosten zu schneiden oder zu beseitigen.
Ausschluss der Haftung durch die Pfarre
§ 9.
(1) Die Pfarre übernimmt keine wie immer geartete Haftung bei Missbrauch des
Benützungsrechtes oder unberechtigter Inanspruchnahme und Instandhaltung
der Gedenkzeichen, der Ausschmückungsgegenstände oder dergleichen.
(2) Die Pfarre haftet nicht für den Bestand der auf den Grabstellen befindlichen
Gedenkzeichen, Bepflanzungen und sonstigen Grabausstattungen sowie nicht
für Schäden, die durch Gedenkzeichen, Bepflanzungen und Grabausstattungen
entstehen.
(3) Die Pfarre haftet nicht für durch Dritte entstandenen Schaden.
Gebühren
§ 10.
Die jeweils geltenden Gebühren werden von der Pfarre festgelegt und sind als
Anlage, die vom e. b. Ordinariat genehmigt ist, ein wesentlicher Bestandteil der
Friedhofsordnung.
Sonstiges
§ 11.
(1) Soweit im Vorstehenden nichts anders bestimmt ist, wird subsidiär die
Friedhofsordnung der Stadt Wien in der jeweils geltenden Fassung angewendet.
(2) Diese Friedhofsordnung tritt mit dem Tag der Genehmigung durch das e. b.
Ordinariat Wien in Kraft.
(3) Mit dem Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung werden alle bisherigen
Friedhofsordnungen außer Kraft gesetzt.
Wien, am 4.Mai 2010
Stellvertretende Vorsitzende des PGR: Pfarrer:
Martin Kierlinger P. Mag Roman Krekora CR

Genehmigt vom erzbischöflichen Ordinariat
Wien, am 04.05.2010, Zahl 9176/10